Literaturtipps für Outlaw-Gärtner und Selbstversorger

Es gibt kaum ein Thema, über das noch kein Buch verfasst wurde. Ob verpackt als Roman, Bildband oder Fachlektüre, die Informationsquellen sind vielfältig. Da ist es gar nicht so einfach, das Richtige für sich zu finden. Während der eine klare Fakten benötigt, wünscht sich der andere eine aufwendig erzählte Geschichte. Natürlich können auch wir nicht jeden Geschmack treffen. Dennoch möchten wir Dich heute mit Literaturtipps ins Wochenende schicken, die uns ganz persönlich begeistert oder inspiriert haben und hoffen, Dir damit eine Anregung geben zu können.

Lesetipp Nr. 1: „Guerilla Gardening – ein botanisches Manifest“

Guerilla Gardening wurde erstmals im Manhattan der Siebziger bekannt und gewann über die Jahre weltweit immer größere Beliebtheit. Gärtnern wurde plötzlich cool und führte zu einer Bewegung vieler Botanik-Aktivisten. Guerilla-Gärtner sind überwiegend heimlich unterwegs. In der Nacht schwärmen sie aus und bepflanzen Abrissplätze und Verkehrsinseln, machen brachliegende Flächen fruchtbar oder gehen mit bunten Blumen gegen die Verwahrlosung trostloser Areale vor. Schließlich gehört der öffentliche Raum allen.

Literaturtipps für Outlaw-Gärtner und Selbstversorger

Der Londoner Richard Reynolds ist seit fünf Jahren selbst als urbaner Gartenguerillo im Einsatz und bietet mit seiner Website (www.guerillagardening.org) sogar einen virtuellen Treffpunkt für diese internationale Community.

In seinem Buch thematisiert er das politische, soziale und künstlerische Phänomen des Begriffs „Guerilla“ und liefert aktuelle Beispiele der blühenden Spuren, die die Outlaw-Gärtner bereits in aller Welt hinterlassen haben. Das Buch besteht aus vier Kapiteln zum Thema Taktik, Öffentlichkeitsarbeit und praktischer Beratung im Umgang mit den botanischen Waffen.

Das Buch richtet sich an alle, denen etwas an der Welt außerhalb der eigenen vier Wände liegt und die daran glauben, dass wir sie selbst gestalten können.

Es ist im orange-press Verlag erschienen, verfügt über 224 Seiten und kostet 20,00 €. Gelange direkt zum Buch.

Lesetipp Nr. 2: „Stadtgrün statt grau“

Wie auch in unserem Lesetipp Nr. 1 dreht sich in diesem Werk alles um das Thema Gardening. Ob urban, rooftop oder vertical – Stadtgärtner können jeden Winkel der Stadt mit Blumen oder Gemüse begrünen. Dieses Handbuch bietet 61 Bauanleitungen zu allem, was City-Gärtner brauchen. Von der Balkonkasten-Bewässerung über Samenbomben, Hochbeete bis hin zu Aquaponik gibt die Autorin Wiebke Jünger wertvolle Tipps, um Zeit, Material, Geld und Wasser zu sparen. Außerdem bietet sie Informationen über die Möglichkeiten des Gärtnerns auf öffentlichen Grünflächen und nennt zahlreiche Urban Gardening Initiativen. Alle Hintergrundinteressierten finden darüber hinaus eine kulturhistorische Einführung „über das Selbermachen“ und allgemeine Informationen im Umgang mit Behörden, Gesetzen oder Vereinen.

Literaturtipps für Outlaw-Gärtner und Selbstversorger

Dieses Buch richtet sich an alle, die auf der Suche nach einfachen und günstigen Tipps sind, wie sie das Gärtnern im öffentlichen Raum angehen können. Jeder, der interessiert an Lösungen über das Standardgärtnern hinaus ist, wird dieses Buch lieben.

Es ist im Eugen Ulmer Verlag erschienen, verfügt über 144 Seiten und kostet 24,90 €. Gelange direkt zum Buch.

Lesetipp Nr. 3: „Selbstversorgung – unabhängig, nachhaltig, gesund leben“

Wolfang Funke verweist in seinem Buch auf ein Problem, das in einer urbanisierten Welt immer evidenter wird: Dem Menschen geht der Naturbezug verloren. Zwar wäre das allein noch nicht problematisch, es bringt jedoch ein fehlendes Bewusstsein für die Herkunft unserer täglichen Nahrungsmittel mit sich. Der regelmäßige Gang in den Supermarkt ist so selbstverständlich geworden, dass man nur selten einen Gedanken daran verschwendet, woher die Lebensmittel eigentlich kommen, wie und wo sie produziert werden und was eigentlich passieren würde, wenn plötzlich all die Regale leer wären.

Literaturtipps für Outlaw-Gärtner und Selbstversorger

Dennoch steigt das Interesse an diesen Themen. Das zeigt sich besonders an der wachsenden Popularität von nachhaltigen und ökologischen Lebens- und Denkweisen. Genau hier setzt dieses Buch an. Der Biologe und Autor erläutert, was alles nötig ist, um sich von der Lebensmittelindustrie unabhängig zu machen. Sein Werk geht dabei weit über das Anlegen von Beeten hinaus. Er thematisiert Aussaat, Anbau, Verarbeitung, Konservierung und Vorratshaltung bis hin zur Haltung von Nutztieren.

Dieses Buch ist für alle, die sich näher mit dem Thema Selbstversorgung beschäftigen möchten, sich jedoch keiner Fantasie hingeben wollen. Funke bleibt stets auf dem Boden der Tatsachen und schreibt gemäß der Maxime „global denken und lokal wirtschaften“. Seine immer nachvollziehbare Art zu schreiben ist auch für Selbstversorger-Anfänger geeignet und erreicht all diejenigen, die in den weiten Kosmos der nachhaltigen und selbstbestimmen Ernährungsweise einsteigen möchten, ohne dabei den Blick für die globalen Zusammenhänge zu verlieren.

Es ist im Scorpio Verlag erschienen, verfügt über 400 Seiten und kostet 11,00€ Gelange direkt zum Buch.