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Die Natur als Supermarkt? Ein Gespräch mit Landwirt Dennis von der Lieth über die Verfügbarkeit von Lebensmitteln

Das ganze Jahr über Äpfel, Mangos, frischer Salat? Eingepackt, ausgepackt, aufgegessen. Doch ist das im Winter ökologisch machbar? Was machen Landwirte im Winter? Und was gibt es überhaupt noch zu essen, wenn wir unsere Essgewohnheiten im Einklang und voller Rücksicht auf die Natur umstellen wollen?

„Eines Nachmittags hörte ich, wie meine Tochter zu meiner Frau sagte, dass Papa immer keine Zeit habe. Das hat mir so einen Schlag verpasst, wie das Zünglein an der Waage. „Warum bin ich Landwirt?“ fragte ich mich selbst. Ich wollte nicht mehr hinter dem Schreibtisch sitzen, mehr im Haus als draußen auf den Feldern unterwegs. Mein Entschluss war gefasst!“, erzählt mir PIELERS-Erzeuger Dennis vom Hof Wolff-von-der-Lieth im gemeinsamen Gespräch. Mit über 500 Rindern und 2000 Hühnern auf dem Hof, stellte er sein komplettes landwirtschaftliches Konzept um. Heute führt er einen erfolgreichen Bio-Hof, mit Freilandhühnern in mobilen Behausungen. Immer regional und saisonal gedacht!

Alles läuft in Zyklen!

„Die Winterzeit ist ganz klar Ruhezeit, auch auf den Höfen. Das gilt für die Ackerwirtschaft mehr, als für unsere Tiere – die leben ja das ganze Jahr“, lacht Dennis. Und zeitgleich spricht er ein wichtiges Thema an. Denn durch die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln in unseren Supermärkten haben wir leider oft den Bezug zur Herstellung und auch zur Dauer dessen verloren. Im Winter fährt die Natur alle Mechanismen runter. Es grünt und wächst nur wenig. Von Ende Oktober bis Anfang Februar ist zudem „Güllesperre“. Es darf kein Dünger auf die Felder gefahren werden, da der Boden die Stoffe weder aufnehmen noch verwerten kann. Denn die Natur macht jetzt ihren Winterschlaf. Zu mindestens in unseren Breitengraden.

„Grünkohl soll am besten schmecken, wenn er einmal richtig Frost bekommen hat“, erklärt mir Dennis. Und auch Rotkohl und Rosenkohl werden relativ frisch bis zum Wintereinbruch produziert. Auch alle Arten von Rüben, wie Pastinaken oder Steckrüben, halten uns regional gut versorgt zur kalten Jahreszeit. Der Vorteil: All diese Gemüsearten sind gut lagerbar.

Mach Platz für den Winter

„Früher hatten die Menschen riesige Abstellkammern oder Keller, wo sie Kartoffeln und Äpfel lagerten. Und es wurde wirklich viel eingekocht und in eingeweckt: Beeren, Pflaumen oder andere Obstsorten, die im Winter definitiv nicht verfügbar waren oder sich nicht so lang hielten. Das ist auch ein großer Unterschied heute: Menschen in der Stadt haben keinen Platz für die Lagerung. Wir hier auf dem Hof haben zum Beispiel für den privaten Verzehr einen ganzen Kühlschrank nur für unsere Äpfel!“, erläutert Dennis mir.

Die Organisation und die Lagerung für die Wintermonate kostet Zeit. Die wir nicht immer haben. Und das ist okay! Wenn es möglich ist, Lagerplatz zu schaffen und es zum Beispiel einen Keller oder eine Kammer gibt, dann gehört dieser Platz im Winter auf jeden Fall Kartoffeln, Rübchen, Äpfeln & Co. Wer diesen Platz nicht hat, versucht vielleicht, das ein oder andere Mal nicht zu Südfrüchten oder Gemüse zu greifen. Es gibt auch tolle Saisonkalendar, die bei der Auswahl für den Einkaufskorb behilflich sein können. Hier gilt: Klasse statt Masse. Es geht auch nicht um universalen Verzicht, sondern um ein bewussteres Konsumieren mit dem Fakt im Hinterkopf, dass die Natur kein Supermarkt ist.

Eine super Alternative ist auch das direkte Einkaufen bei Erzeugern aus Deiner Nähe. Eine Auswahl regionaler Produkte von Dennis findest du hier.

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