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Es lebe der Boden – Wie Fruchtfolgen die natürliche Bodenfruchtbarkeit erhalten

Ein gesunder Boden ist die Grundlage für nachhaltigen Ackerbau. Von Natur aus herrscht zwischen Vegetation und Bodenleben ein perfektes Zusammenspiel – die eine Ebene braucht die andere. Diese Symbiose gerät in der konventionellen, intensiven Landwirtschaft aus dem Gleichgewicht - und wird durch Düngung und Chemie oftmals versucht, zu kopieren. Im Ökolandbau setzen Bauern deshalb auf Fruchtfolgen. 

Was sind Fruchtfolgen?

Fruchtfolgen sind der zeitliche Wechsel von Kulturen auf einem Acker. Das passiert so in der Natur eigentlich meistens. Bis der Mensch die Monokultur erfand, um auf kurze Sicht einen größeren Ertrag einzufahren und den Gewinn, der daraus entsteht, zu maximieren. Dass das nicht die nachhaltigste Lösung für den Boden ist, kann man sich denken. So gesehen ist das Prinzip der Fruchtfolge eine Rückbesinnung auf natürliche Prozesse, um diese langlebiger und „enkeltauglicher“ zu gestalten.

Fruchtfolgen: Der Mix macht’s

Das höchste Ziel der Fruchtfolge ist der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Aber auch die Stickstoffbindung im Boden, die für ein kräftiges Pflanzenwachstum verantwortlich ist, und die Vorbeugung gegen Krankheiten sind hilfreiche Nebenwirkungen der Fruchtfolge. Man könnte bei der Fruchtfolge auch von einer Art „Hilfe zur Selbsthilfe“ sprechen, denn im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft, wo mit Düngung und Chemie nachgeholfen wird, will die Fruchtfolge eine Eigenversorgung im Boden erreichen. Ein einfaches Beispiel ist der Anbau von Leguminosen - also Hülsenfrüchten - wie der Ackerbohne, im Wechsel mit Getreide. Die Grundidee ist, stickstoffhungrige Pflanzen mit stickstoffsammelnden abzuwechseln und geschickt zu kombinieren. Je vielseitiger die Kombination ist, umso gesünder entwickelt sich das ganze System Boden und die natürliche Bodenfruchtbarkeit wird stabiler. Der Demeter-Verband spricht von der „Verlebendigung des Bodens“.

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Die Monokultur: das Gegenstück zur Fruchtfolge

Warum Landwirte auf die Fruchtfolge setzen (sollten), leuchtet ein: „Der Bauer ernährt das Bodenleben, nicht die Pflanze“. Das lehrte schon Rudolf Steiner, Begründer der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Im Ökolandbau dauert der übliche Turnus zwischen sechs bis zehn Jahren (und Kulturen). Zum Vergleich: Ein konventioneller Landwirt baut dieselbe Kultur jedes Jahr oder vielleicht jedes zweite oder dritte Jahr an und setzt auf Monokulturen, das heißt, eine bestimmte Kultur dominiert das Feld. Übrigens zahlt sich die Fruchtfolge auch finanziell aus: Die Diversifizierung der Marktfrüchte, die der Bauer anbietet, reduziert Risiken durch Ernteausfälle oder Preisschwankungen. Gerade im Hinblick auf heiße Sommer wie im Jahr 2018 und zunehmende Extremwetter-Ereignisse durch den Klimawandel ist dies ein Vorteil.

Fruchtfolgen als nachhaltige Lösung

Eine erfolgreiche Fruchtfolge erfordert viel Erfahrung. Und Mut. Die Gründüngung, die im Jahr auf starkzehrende Kulturen folgt, bringt zwar Ertrag ein, jedoch ist dieser meist als Viehfutter nutzbar. Für Biolandwirte ohne Vieh ist das möglicherweise ein Nachteil. Artenvielfalt und nachhaltige Bodennutzung sind hier Werte, die über den Tellerrand hinaus Bestand haben. Wer die Grundlage der Landwirtschaft - nämlich den Boden - erhält, ist langfristig auf der sicheren Seite und leistet einen Beitrag für künftige Generationen.

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