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28.09.2018

„BIO-Lebensmittel“ – sinnvoller Trend, oder geht es auch ohne?

Ob im Discounter oder im Internet: immer häufiger begegnet man dem Begriff „Bio“, doch was steckt eigentlich dahinter? Verbraucher verbinden mit dem Begriff meist eine gesündere Ernährung, eine Sicherheit und ein positives Gefühl, welches biologische Lebensmittel ausstrahlen. Was es aber tatsächlich mit Bio-Produkten auf sich hat und warum Lebensmittel ohne Bio-Siegel manchmal sogar die bessere Wahl sind, erfährst Du hier.

„Bio“ steht für „biologische Landwirtschaft“ und ist in der EU ein geschützter Begriff. In diesem Zusammenhang gibt es seit 2010 das Europäische Bio-Siegel, welches auf der EG-Öko-Verordnung basiert. Neben dem Begriff „Bio“ ist auch „Öko“ sowie „kontrolliert biologischer Anbau“ geschützt und darf ohne eine Zertifizierung gemäß der Öko-Verordnung nicht verwendet oder damit geworben werden. Vorsicht gilt jedoch bei ähnlichen Begriffen, etwa bei kontrolliertem oder natürlichem Anbau, da diese nicht geschützt sind. Neben dem Europäischen Bio-Siegel, welches aus weißen Sternen in Form eines Blattes auf grünem Hintergrund besteht, gibt es das sechseckige Deutsche Bio-Siegel, das letztlich dieselben Anforderungen vorgibt und nur in Verbindung mit dem Europäischen Bio-Siegel verwendet werden kann. Neben dem EU-Bio-Siegel, gibt es private Unternehmen wie Demeter oder Bioland, die teilweise über die Mindestanforderungen der EU hinaus gehen, jedoch nicht berechtigen, ein Produkt als „bio“ oder „öko“ auszuschreiben.

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Welche Anforderungen werden an Bio-Produkte gestellt?

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Bio-Lebensmittel vollkommen aus natürlichen bzw. Bio-Zutaten bestehen, dürfen tatsächlich insgesamt 5% aller Zutaten aus dem konventionellen Bereich stammen. Im Bereich tierische Lebensmittel dürfte man annehmen, dass Tiere aus einer Bio-Haltung in ihrem Leben ohne Medikamente auskommen und erst recht nicht in Masse gehalten werden; tatsächlich dürfen sie jedoch Schmerzmittel und Antibiotika erhalten, was bei einer Massentierhaltung auch nahezu unumgänglich ist. Der Unterschied zur konventionellen Tierhaltung ist, dass für die Tiere zwar mehr Platz vorgesehen ist - so muss ein Bio-Mastschwein beispielsweise mindestens 2,3 m² Platz haben - jedoch entspricht dieser Wert noch lange nicht der allgemeinen Vorstellung von artgerechter Haltung.


Unsere Erzeuger sind zwar nicht alle Bio-zertifiziert, setzen sich allerdings mit der Anerkennung der PIELERS Marktregeln für artgerechte Tierhaltung, Fairness, Umweltschutz & Transparenz ein, die in großen Teilen sogar über die Anforderungen der Bio-Richtlinien hinausgehen. Beispielsweise erfahren alle Rinder bei PIELERS die Möglichkeit, sich zeitweise frei auf Weiden zu bewegen und frisches Gras zu fressen – ganz unabhängig einer Bio-Zertifizierung steht das Tierwohl im Vordergrund!

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Kosten und Anforderungen einer Bio Haltung

Eine Bio-Zertifizierung ist per Gesetz mit verschiedenen Anforderungen und Kosten verbunden, die die Landwirte, besonders kleine Betriebe, gut durchdenken müssen. Die zunächst anfallenden Kontroll- und Beratungskosten einer Bio-Zertifizierung werden in der Regel vom Staat übernommen, um Bio-Betriebe zu fördern. Kosten für oft doppelt bis dreimal so teures Bio-Futter tragen die Erzeuger von tierischen Lebensmitteln jedoch selbst. Besonders für kleine Betriebe bedeutet das, je kleiner ein Betrieb, umso kleiner ist gegebenenfalls auch die Abnahmemenge des Futters und je kleiner die Abnahmemenge je höher steigt der Preis. Auch Erzeuger im pflanzlichen Bereich müssen abwägen. In Gegenden mit schwachen Böden, wäre eine Ausbeute von z.B. Bio Getreide viel zu gering, da die Bodenqualität schlichtweg nicht ausreicht, um ohne Dünger eine angemessene Menge Getreide ernten zu können. Laut einer Studie vom Marktcheck kann für Bio-Lebensmittel durchschnittlich zwar mehr als der doppelte Preis verlangt werden, diese Tatsache ist für einige Landwirte jedoch nicht Grund genug, da auch der Weg dorthin finanziert werden muss. Möchte z.B. ein Rindviehbetrieb auf Bio umstellen, muss dieser eine 2- jährige Umstellungsphase durchleben, in der zwar schon das teurere Bio-Futter gefüttert werden muss, jedoch vorerst weiterhin nur konventionelle Preise erhoben werden dürfen. Betriebe, die diese Kosten auf sich genommen haben oder nehmen sollen und dürfen von ihrem Investment später über höhere Abgabepreise profitieren. Umgekehrt kann der Verbraucher sich auch über wertige Produkte freuen. Dennoch sollte sich auch bei nicht zertifizierten Produkten die Mühe gemacht werden zu hinterfragen, ob ein „Nicht-Bio-Produkt“ dennoch den persönlichen Ansprüchen an Produktqualität und Tierwohl entspricht.

Gesundes BIO

Oft geht der Kauf eines Bio-Produktes mit einem Gefühl der gesunden Ernährung einher. Dies ist korrekt, wenn man bedenkt, dass man Obst und Gemüse konsumiert. Es ist grundsätzlich jedoch nicht richtig, die gesunde Ernährung ausschließlich dem Bio Siegel zuzuschreiben, da eine Zertifizierung nach europäischen Bio-Standards nicht automatisch mit nahrhafteren Inhaltsstoffen verbunden ist. So sind diese Produkte laut Stiftung Warentest „nicht gesünder […] und auch nicht besser, als herkömmliche Lebensmittel“.

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BIO bei PIELERS

Der Hof Wolff-von der Lieth bietet bei PIELERS Produkte nach der EU-Bio-Verordnung an und hat die Hürde einer Bio-Zertifizierung hinter sich. Von diesem Hof aus Elmlohe im Landkreis Cuxhaven bekommst Du Eier oder Hühner aus biologischer Haltung. Doch auch seine nicht Bio zertifizierten Freiland Hühner und Enten werden den PIELERS Marktregeln konform gehalten und leben nach den Standards einer artgerechten Tierhaltung. Ein Besuch auf seiner Erzeugerseite ist jedes einzelne Produkt wert.

von Jan Ehlers
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